Andrea Thoma-Böck Präsidentin und Initiatorin der IZW Initiative Zukunft Wirtschaft Deutschland e.V.
Ein Monat. Mai 2026. EEG-Konto.
Deckungsquote: 6 Prozent.
Das ist keine Finanzierungslücke.
Das ist ein Systemversagen in Echtzeit.
Die politische Reaktion?
Schweigen. Schulterzucken. Weiterdrehen.
Bezahlt wird trotzdem von den Steuerzahlern. Denn die
Vergütungen laufen weiter, unabhängig davon, ob der Strom gerade
gebraucht wird oder nicht. Kein Anreiz zum Abregeln. Kein Anreiz zum
Speichern. Nur der Anspruch auf Förderung, unabhängig von Angebot,
Nachfrage und Realität.
Das wirft eine grundsätzliche Frage auf:
𝗘𝗿𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗵𝗶𝗲𝗿 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗱𝗲𝗿 𝗴𝗿öß𝘁𝗲𝗻 𝗨𝗺𝘃𝗲𝗿𝘁𝗲𝗶𝗹𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗡𝗮𝗰𝗵𝗸𝗿𝗶𝗲𝗴𝘀𝗴𝗲𝘀𝗰𝗵𝗶𝗰𝗵𝘁𝗲?
Einspeisevergütungen. Netzentgelte. Redispatchzahlungen. Kapazitätsmechanismen. Fonds. Projektierer. Investoren.
Das EEG war ursprünglich als Anschubinstrument
gedacht. De facto entstand ein System garantierter Renditen mit
minimalem Risiko.
Gewinne werden privatisiert. Folgekosten sozialisiert.
Bezahlt wird das von Menschen, die keine Wahl haben.
Wer wenig verdient, gibt einen deutlich höheren Anteil seines Einkommens
für Energie aus als Vermögende.
Hohe Energiepreise verteuern Strom, Wohnen, Mobilität und Lebensmittel.
𝗚ü𝗻𝘀𝘁𝗶𝗴𝗲 𝗘𝗻𝗲𝗿𝗴𝗶𝗲 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗶𝗲 𝗯𝗲𝘀𝘁𝗲 𝗦𝗼𝘇𝗶𝗮𝗹𝗽𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝗸.
Teure Energie ist Klassenpolitik. Nur umgekehrt.
Wer weist darauf hin?
Prof. Heinz-Otto Peitgen. Mathematiker. Energieökonom. SPD-Mitglied seit 1968.
Ein Wissenschaftler, der rechnet.
Er rechnet anders als die Kommunikationsabteilungen der Energiewende-Lobby:
Nicht: Was kostet eine Kilowattstunde Windstrom?
Sondern:
Was kostet ein stabiles Gesamtsystem?
Netze. Speicher. Redispatch. Reservekraftwerke. Gesicherte Leistung.
Diese Systemkosten steigen seit Jahren ungebremst.
Prof. Heinz-Otto Peitgen beschreibt diese Entwicklung deshalb als eine Umverteilung von unten nach oben.
Wer dieses Verhältnis nicht versteht oder nicht verstehen will, hat entweder ein Rechenproblem oder ein Interessenproblem.
Dazu kommt eine volkswirtschaftliche Wahrheit, die kaum diskutiert wird:
Kapital, das funktionierende Infrastruktur ersetzt, schafft keinen Wohlstand.
Wohlstand entsteht durch Produktivität. Durch Innovation. Durch Wertschöpfung.
Nicht dadurch, dass funktionierende Kraftwerke,
Heizungen oder Industrieanlagen vorzeitig ersetzt und deren Nachfolger
subventioniert werden.
Wer diese Fragen stellt, ist nicht gegen Klimaschutz.
Er fordert:
Eine ehrliche Kosten-Nutzen-Rechnung.
Transparenz darüber, wer profitiert und wer zahlt.
Und politische Verantwortung für die wirtschaftlichen, sozialen und industriepolitischen Schäden, die wir heute erleben.
Energiepolitik ist Sozialpolitik.
Wer das ignoriert, betreibt keine Klimapolitik.
Er betreibt Klientelpolitik mit grünem Anstrich.
Und nennt es Verantwortung.
IZW Initiative Zukunft Wirtschaft Deutschland e.V.
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